Über Yoga

Unterschiedliche Yogarichtungen, Yogastile und moderne Formen

Es gibt heute im Westen eine Vielzahl an Yogastilen und Yogarichtungen mit unterschiedlichem Hintergrund. Die Ziele der Yogapraxis und die Art und Weise des Übens sind zum Teil sehr verschieden. In unserem Studio unterrichten wir in der Übungsweise des „Neuen Yogawillen“, die von Heinz Grill begründet wurde. Zu Ihrer Orientierung finden Sie hier eine Übersicht von heute im Westen verbreiteten Yogaübungsweisen.

Übungsweise des “Neuen Yogawillen”

Yoga wird hier nicht als Entspannungsmethode verstanden, sondern als ein Übungsweg, der dem Menschen eine Verwandlung seiner Persönlichkeit und wachsende Einheit von Inhalten des Yoga und dem alltäglichen Leben ermöglicht.

 

Eine außerordentliche Fülle an interessanten Inhalten finden sich in dem ca. 70 Bücher/Broschüren umfassenden Werk Heinz Grills. Darin sind konkrete Möglichkeiten beschrieben, wie der einzelne Mensch schöpferische Fähigkeiten entwickeln und eine Persönlichkeit werden kann, die aufbauend in das soziale Leben ausstrahlt. Der Übungsweg mit Yoga umfasst alle Lebensgebiete wie zum Beispiel Partnerschaft, Ernährung oder Kommunikation.
Ein wesentlicher Teil sind die Körperübungen des Yoga, die dem Hatha-Yoga entnommen sind, jedoch eine ganz neue Interpretation mit Sinnbildern (Imaginationen) erhalten haben. Imaginationen sind wahre Gedanken in Form von Bildern, welche die Seele des Menschen ansprechen. In der Yogapraxis lernt der Übende aus diesen Bildern Empfindungen zu entwickeln. So entstehen ganz neue, bereichernde seelische Erlebnisse, die gleichzeitig einen Aufbau an neuen Lebenskräften bewirken.
Kursteilnehmer schätzen diese mentale Auseinandersetzung mit diesen Imaginationen sowie den leichten, ästhetischen Ausdruck der Yogaübungen (asana).

Heinz Grill

Hatha–Yoga

Andre van Lysebeth

Im Westen wird für körperbetonte Yoga-Praktiken meist der Begriff Hatha-Yoga verwendet. Ha bedeutet Sonne und tha Mond. Mit Hilfe einer wohl abgestimmten Übungsweise aus Körper- Atem- und Reinigungsübungen sollen diese beiden Kraftfelder der körperlichen Energien zu einem besseren Gleichgewicht geführt werden. Viele der heute im Westen angebotenen Yogakurse werden mit „Hatha-Yoga“ bezeichnet.

Andre van Lysebeth war einer der Pioniere, die Hatha-Yoga in den Westen brachten.

Ashtanga-Yoga

Ashtanga zählt zu den wichtigsten und ausgefeiltesten, aber auch körperlich anspruchsvollsten Systemen des Hatha Yoga. Diese Methode bedeutet u. a. den Atem während der Yogaübungen bewusst zu führen (Ujjayi-Atmung), während eine festgelegte Serie z.B. mit 16 Yogaübungen dynamisch und ohne Zwischenentspannung praktiziert wird. Einige moderne Hatha-Yoga-Stile (alle “dynamischen”, “Power”, “Vinyasa”, “Flow” etc.) leiten sich von Ashtanga-Yoga ab. Besonders jüngere Menschen erleben die anspruchsvollen Übungssequenzen des Ashtanga – Yoga als reizvoll.

Parivritta Parsvakonasana
(Seitlich gedrehte Winkelstellung)

Iyengar–Yoga

B.K.S. Iyengar

Der 1918 geborene B.K.S. Iyengar wurde bereits mit 15 Jahren Schüler des bekannten Lehrers T. Krishamacharya. Er begründete Iyengar-Yoga, eine Variante des Hatha-Yoga, die großen Wert auf die präzise Ausführung legt. Typisch ist der Einsatz unterschiedlicher Hilfsmittel wie Stühle, Gurte oder Holzblöckchen, um die Wirkungen der Übungen zu steigern und Ungeübten das Ausführen der Übungen zu erleichtern. B.K.S. Iyengar wurde 95 Jahre alt und ist am 20.8.2014 verstorben.

Raja–Yoga

Raja–Yoga wird als königlicher Pfad der Yogaverwirklichung bezeichnet. Er wurde von dem indischen Weisen Patanjali etwa 200 Jahre vor Christus in Indien begründet. Der achtstufige Raja-Yoga ist vielen Yogainteressierten im Westen bekannt. Die ersten Stufen sind die ethischen Regeln (z.B. Ahimsa oder Nicht-verletzen) und die Lebensregeln (z.B. Tapas – Disziplin). Die nächsten Stufen sind asana (Körperhaltung), Pranayama (Atem-und Energiekontrolle), Pratyahara (Rückzug der Sinne) und Dharana (Konzentration). Über die Meditation strebt der Suchende ein Bewusstsein der spirituellen Einheit (Samadhi) an.

Die klassische Abbildung zeigt einen Yogi in der Praxis des Pranayama.

Sivananda-Yoga

Swami Sivananda
1887 – 1963

Der seit über 50 Jahren international verbreitete Sivananda-Yoga wurde von dem indischen Arzt und bedeutenden spirituellen Lehrer Swami Sivananda begründet und von seinem Schüler Swami Vishnudevananda in den Westen gebracht. In den Sivananda-Yogazentren, die heute in vielen großen Städten vertreten sind, wird der Unterricht nach fünf Grundprinzipien aufgebaut: Richtige Körperübungen, Richtige Atmung, Richtige Entspannung, Richtige Ernährung, Positives Denken und Meditation.

Kundalini–Yoga

Kundalini -Yoga ist eine Übungsweise mit sehr intensiven Übungen, die stark auf das Erwecken von Energieen ausgerichtet ist. Es werden Hatha-Yogaübungen praktiziert und über die Atmung, z.B. über den Feueratem, versucht man den Körper zu reinigen und Energien zu wecken. Die Kundalini –Energie wird dabei als die im unteren Rücken verborgene Energie des Menschen betrachtet, die symbolisch wie eine Schlange an der Wirbelsäule emporsteigt und im Haupt des Menschen Erleuchtung bewirkt. Begründer des im Westen verbreiteten Kundalini-Yoga ist der Inder Yoga Bhajan.

Kundanlini-Yoga strebt eine Erweckung der Kundalinikraft über die sieben Energiezentren an.

Integraler Yoga

Sri Aurobindo
1872 – 1950

Alles Leben ist Yoga
„Aller Yoga ist seiner Natur nach eine neue Geburt. Er ist die Geburt aus dem gewöhnlichen, dem intellektualisierten, materiellen Leben des Menschen in ein höheres spirituelles Bewusstsein und in ein größeres und göttlicheres Sein. Kein Yoga kann erfolgreich unternommen und durchgeführt werden, wenn man nicht gründlich zu der Einsicht erwacht ist, dass die Notwendigkeit zu einer umfassenderen spirituellen Existenz besteht.“
Sri Aurobindo
Sri Aurobindo (1872-1950) entwickelte in Pondycherry (Südindien) den Integralen Yoga, in dem keine fest definierten Übungen, z.B. wie Hatha-Yoga praktiziert werden. Der Yoga betont die vollkommene Hingabe, in der der Übende alle seine Handlungen, Worte und Gedanken dem Göttlichen widmet. Dieser Yoga wird als integral bezeichnet, weil die traditionellen Disziplinen von Jnana Yoga (Yoga der Erkenntnis), Karma – Yoga (Yoga des Handelns) und Bhakti Yoga (Yoga der Hingabe) miteinander verknüpft werden, wie Sri Aurobindo dies in der Synthese des Yoga beschreibt. Integral und zukunftsweisend aber auch deshalb, weil er die Welt nicht ablehnt oder überwinden will, sondern das konkrete, praktische Leben mit dem Göttlichen zu durchdringen sucht.

Moderne Stilrichtungen des Yoga

Hier sind noch einige neuere Yogastile aufgeführt, die in den letzten Jahren populär geworden sind:

Power Yoga

Moderne, von Bryan Kest (USA) begründete Stilrichtung bei der es sich um eine Mischung von Krafttraining und Stretching handelt, die aus dem Ashtanga-Yoga abgeleitet ist.

Bikram Yoga (auch Hot Yoga)

Eine markengeschützte Serie von 26 Yoga-Übungen, die in einem heißen Raum bei ca. 35-40 Grad Celsius praktiziert werden. Der Inder Bikram Choudhury hat dieses Übungssystem entwickelt und vor allem in den USA im großen Stil verbreitet.

Anusara Yoga

Anusara Yoga ist eine 1997 in den USA von John Friend begründete Form des Hatha Yoga. Die Übungsweise ist körperintensiv, besonders werden die Energieflüsse im Körper beachtet. Anusara bedeutet „im Fluss sein, in Harmonie mit der höheren Kraft, sich im natürlichen Einklang befinden oder dem Herzen folgen.“

Jivamukti Yoga

Jivamukti Yoga ist eine 1984 von David Life and Sharon Gannon entwickelte Yogamethode, welche die physischen, philosophischen und spirituellen Aspekte des Yoga vereinen will. Ein körperintensiver Übungsstil, der mit Musik (auch Rockmusik, Hip-Hop) praktiziert wird. Spricht vor allem junge Menschen an.

Hormon-Yoga

Wurde von der Brasilianerin Dinah Rodriguez in den 90er Jahren entwickelt um das weibliche Hormonsystem während der Wechseljahre positiv zu beeinflussen.